Ein Gast möchte nach dem Essen den Wein mitnehmen, den er gerade im Glas hatte. Er fragt beim Bezahlen, ob er ihn auch flaschenweise kaufen kann. Solche Situationen könnten für dein Weihnachtsgeschäft interessanter sein als manche eigens entwickelte Geschenkidee. Denn vieles, was sich verschenken lässt, gehört ohnehin zum Betrieb. Es muss nur so angeboten werden, dass Gäste es auch als Geschenk wahrnehmen.
Erst schauen, was Gäste sowieso gern kaufen
Wer im November anfängt, über Weihnachtsangebote nachzudenken, landet schnell bei neuen Produkten. Eine eigene Geschenkbox sieht gut aus. Vielleicht noch mit hausgemachtem Inhalt und individueller Verpackung. Im Alltag beginnt damit allerdings eine kleine Nebenproduktion. Material muss bestellt werden, Ware vorbereitet, verpackt und irgendwo gelagert werden. Für einen Betrieb, der solche Produkte ohnehin verkauft, ist das kein großes Thema. Wer sonst ausschließlich im Restaurantgeschäft arbeitet, schafft sich damit neue Arbeit in einer Zeit, in der die Küche meist gut ausgelastet ist. Hilfreicher ist ein Blick auf das, wonach Gäste eh fragen. Gibt es ein Frühstück, zu dem auch Gäste aus der Umgebung kommen, lässt sich daraus ein Gutschein machen. Im Hotel kann eine beliebte Wellnessleistung genauso funktionieren.
Das Angebot muss dabei nicht originell sein. Es sollte vor allem glaubwürdig zum Haus passen.
Gutscheine sind das dankbarste Geschenk? Kommt drauf an.
Gutscheine wirken erstmal wie das unkomplizierteste Weihnachtsgeschäft. Der Gast bezahlt im Dezember, die Leistung folgt irgendwann danach. Ein Risiko ist allerdings, dass der Beschenkte diese gerade an einem Wochenende einfordert, an dem ohnehin jeder Tisch belegt ist. Dann bringt der Verkauf zwar Umsatz, aber kaum zusätzliche Auslastung. Unter der Woche kann derselbe Gutschein deutlich interessanter sein. Ähnliches gilt für Hotelarrangements. Solche Unterschiede sollten schon bei der Gestaltung des Angebots mitgedacht werden.
Auch bei der Preisgestaltung lohnt ein zweiter Blick. Ein konkret beschriebenes Erlebnis wirkt als Geschenk häufig attraktiver als ein reiner Wertgutschein. Dafür bindet man sich stärker an die versprochene Leistung. Wenn sich Preise ändern oder Angebote angepasst werden, kann das später unpraktisch werden. Auch die steuerliche Behandlung von Gutscheinen gehört vorab geklärt. Bei Unsicherheit ist die Abstimmung mit Buchhaltung oder Steuerberatung sinnvoll.
Wo die Küche zusätzliche Arbeit bekommt
Eine Kochbox kann gut aussehen, easy kommuniziert werden und sich super verkaufen. Ob sie sich für einen Betrieb rechnet, entscheidet sich trotzdem hinter den Kulissen. Ein Restaurant mit bestehendem Take-away-Geschäft hat dabei einen klaren Vorteil. Verpackungen sind vorhanden, die Ausgabe ist eingespielt, und die Küche kennt den Ablauf außerhalb des klassischen Restaurantbetriebs.
In einer reinen À-la-carte-Küche beginnt die Arbeit dagegen oft erst nach dem eigentlichen Kochen. Portionsgrößen müssen angepasst werden, Komponenten werden separat verpackt, Abholzeiten müssen funktionieren. Aus einem attraktiven Weihnachtsprodukt wird dann schnell eine zusätzliche Produktionsstrecke.
Im Spa zeigt sich schnell, wo die Grenze liegt
Wellnessleistungen sind als Geschenk leicht verständlich. Eine Massage oder ein Day-Spa-Aufenthalt braucht keine große Erklärung. Im Betrieb ist die Zahl der verfügbaren Termine allerdings begrenzt. Ein Wellnesshotel, das an Samstagen ohnehin ausgelastet ist, profitiert wenig davon, wenn Weihnachtsgutscheine später fast ausschließlich für diese Zeiten angefragt werden. Freie Kapazitäten unter der Woche sehen anders aus. Dort kann ein Geschenkangebot helfen, Nachfrage in ruhigere Zeitfenster zu verschieben. Das funktioniert nur, wenn die Bedingungen beim Kauf klar sind. Im Hotel lohnt es sich deshalb, Weihnachtsangebote nicht allein nach ihrer Außenwirkung zu beurteilen. Der spätere Buchungskalender gehört genauso dazu.
Wenn das Produkt aus der Umgebung kommt
Nicht jedes Geschenkprodukt muss in der eigenen Küche entstehen. Für viele Betriebe liegt eine Möglichkeit direkt vor der Haustür, bei Erzeugern aus der Region. Besonders stimmig ist das, wenn es bereits eine Verbindung zum Haus gibt. Vielleicht stammt der Honig auf dem Frühstücksbuffet vom Imker aus dem Nachbarort. Vielleicht arbeitet das Restaurant seit Jahren mit einer kleinen Pralinenmanufaktur aus der Region zusammen. Dann wirkt das Produkt im Weihnachtsgeschäft nicht wie ein beliebiger Zusatzartikel.
Für den Betrieb kann eine solche Kooperation auch organisatorisch interessant sein. Das Produkt existiert bereits, muss also nicht eigens entwickelt werden. Trotzdem sollte vorab klar sein, wie viel Arbeit tatsächlich im eigenen Haus hängen bleibt. Wenn jede Bestellung einzeln verpackt und verschickt werden muss, schrumpft der Vorteil schnell. Einfacher ist ein Verkauf direkt im Betrieb oder eine überschaubare gemeinsame Edition, bei der Produktion und Verpackung weitgehend beim Erzeuger liegen.
Für Gäste entsteht dabei ein Bezug zum Aufenthalt. Der Honig erinnert an das Frühstück im Hotel, die Praline an einen Abend im Restaurant, an dem sie den Dessertteller so lecker getoppt hat. Das macht ein regionales Produkt oft glaubwürdiger als ein Geschenkartikel, der nur für die Weihnachtszeit ins Sortiment genommen wurde.
Gerade Häuser, die Regionalität ohnehin sichtbar leben, können solche Partnerschaften nutzen, ohne dafür ein eigenes Sortiment aufbauen zu müssen.
Was vom Verkaufspreis übrig bleibt
Zurück zur Weinflasche. Auf dem Etikett steht ein Verkaufspreis. Damit ist die Rechnung aber noch nicht fertig. Soll daraus ein Weihnachtsgeschenk werden, kommt vielleicht eine besondere Verpackung dazu. Beim Versand entsteht weiterer Aufwand. Jemand muss die Bestellung bearbeiten. Für die Kalkulation reicht es deshalb nicht, nur den Verkaufspreis mit dem direkten Einkauf zu vergleichen. Der Betrieb sollte wissen, ob tatsächlich zusätzliche Kapazität genutzt wird oder ob das Weihnachtsangebot später reguläres Geschäft verdrängt.
Kurz vor Weihnachten zählt ein einfacher Kauf
Je näher Weihnachten rückt, desto weniger Geduld haben viele Gäste für komplizierte Bestellwege. Ein Gutschein, der online gekauft und direkt verschickt werden kann, hat dann einen klaren Vorteil. Niemand muss während der Öffnungszeiten vorbeikommen oder auf einen Rückruf warten. Ein kleiner Betrieb braucht deswegen nicht automatisch einen umfangreichen Onlineshop. Wenn viele Stammgäste direkt vor Ort kaufen, kann auch das funktionieren. Nur sollte der Weg zum Produkt nicht unnötig schwierig sein.
Auf der Website gilt dasselbe. Weihnachtsangebote verschwinden schnell zwischen Speisekarte, Zimmerbuchung und Veranstaltungsseite. Wer danach suchen muss, kauft vielleicht woanders.
Im Restaurant entsteht der Verkauf oft viel beiläufiger. Nach einem guten Abend reicht manchmal schon der Hinweis, dass es Gutscheine gibt. Das wirkt plausibler als eine aufgesetzte Weihnachtsaktion, weil der Gast das Erlebnis gerade selbst hatte.
Lieber mit dem arbeiten, was schon funktioniert
Für zusätzliches Weihnachtsgeschäft braucht ein Hotel oder Restaurant kein zweites Sortiment. Oft reicht ein Angebot, das im normalen Betrieb bereits gefragt ist und sich ohne größere Umwege verschenken lässt. Das spart Arbeit und reduziert das Risiko, im Dezember noch neue Prozesse aufzubauen. Vor allem bleibt der Verkauf näher an dem, wofür Gäste das Haus ohnehin kennen. Der Wein aus dem Einstieg ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel. Er wurde nicht als Weihnachtsprodukt entwickelt. Jemand wollte ihn einfach kaufen.






