Ein Gast sucht abends auf dem Smartphone nach einem Hotel für das kommende Wochenende. Er landet auf deiner Website, schaut sich ein Zimmer an und will wissen, was es kostet. Bis hierhin läuft alles bestens.
Dann beginnt die Suche nach dem Preis.
Der Buchungsbutton steckt im Menü, die Zimmerseite nennt zwar die Ausstattung, führt aber nicht direkt zur Verfügbarkeit. Nach ein paar Klicks landet der Gast schließlich auf einer Buchungsmaske, die auf dem Handy ziemlich klein geraten ist. Wahrscheinlich wird er nicht lange überlegen, ob sich der Aufwand lohnt.
Genau an solchen Stellen zeigt sich, was eine Hotel-Website leisten muss. Schön aussehen reicht schon lange nicht mehr. Sie muss Gästen schnell die Informationen geben, die sie für ihre Entscheidung brauchen und ihnen den Weg zur Buchung möglichst leicht machen. Gleichzeitig verändert sich, wie Hotels im Netz gefunden werden. Neben der klassischen Google-Suche spielen Maps, Buchungsportale und inzwischen auch KI-gestützte Suchangebote eine Rolle.
Zeit also, die eigene Website einmal mit den Augen eines Gastes anzusehen.
Die Startseite ist kein Empfangsprospekt
Viele Hotel-Websites beginnen mit einem großen Foto, dem Logo und einem Satz wie „Herzlich willkommen in unserem Haus“. Erst beim Scrollen wird klar, wo das Hotel eigentlich liegt und warum man gerade hier übernachten sollte. Das ist verschenkter Platz.
Wer ein Businesshotel in Bahnhofsnähe betreibt, darf genau das sagen. Wer morgens ein Frühstück mit Produkten vom eigenen Hof serviert, hat ebenfalls etwas Konkretes zu erzählen. Solche Informationen helfen einem Gast mehr als Formulierungen über besondere Wohlfühlmomente und herzliche Gastlichkeit. Vor allem sollte er von der Startseite ohne Suchen zur Buchung gelangen. Ein gut sichtbarer Button mit „Zimmer buchen“ oder „Verfügbarkeit prüfen“ ist keine gestalterische Nebensache. Für Gäste mit konkreter Buchungsabsicht ist er vermutlich das wichtigste Element auf der Seite.
Schau dir dabei besonders die mobile Ansicht an. Auf einem Laptop wirkt ein großes Headerbild oft eindrucksvoll. Auf dem Smartphone kann davon nach Cookie-Banner und Navigationsleiste kaum noch etwas übrig bleiben.
Auf der Zimmerseite entscheidet sich, ob der Aufpreis verständlich ist
„Doppelzimmer Komfort, 24 Quadratmeter, Dusche/WC, WLAN.“
Solche Beschreibungen finden sich noch immer auf vielen Hotel-Websites. Nur weiß ein Gast danach kaum mehr als vorher. Nehmen wir an, die nächsthöhere Kategorie kostet 25 Euro mehr. Dann sollte auf der Seite erkennbar sein, was dieser Aufpreis bringt. Vielleicht ist das Bett breiter, das Zimmer liegt ruhiger zum Innenhof oder es hat einen Balkon. Das sind Informationen, mit denen jemand tatsächlich etwas anfangen kann. Auch Fotos müssen dabei mehr leisten als Atmosphäre zu erzeugen. Wenn von fünf Bildern vier dieselbe Perspektive auf das frisch gemachte Bett zeigen, bleibt das Bad trotzdem eine Überraschung. Gäste wollen sich vorstellen können, wie das Zimmer in Wirklichkeit aussieht. Je genauer eine Zimmerseite ist, desto weniger muss der Gast interpretieren. Das hilft der Buchung und reduziert im besten Fall auch Rückfragen an der Rezeption.
Die Buchungsmaschine gehört zur Website, auch wenn sie von einem anderen Anbieter kommt
Im Hotelalltag wird die Website häufig als ein System betrachtet und die Buchungsmaschine als ein anderes. Für den Gast gibt es diese Trennung nicht. Er klickt auf „Buchen“ und erwartet, dass es vernünftig weitergeht. Problematisch wird es, wenn nach diesem Klick plötzlich eine völlig anders gestaltete Oberfläche erscheint oder die Bedienung auf dem Smartphone hakelig wird. Der Kalender reagiert schlecht, Preise sind schwer zu vergleichen oder die Schrift ist so klein, dass man hineinzoomen muss. Dann hilft auch die schönste Startseite nicht mehr.
Technisch sollte die Buchung mit den relevanten Systemen im Haus zusammenspielen. Eine Anbindung an PMS und Channel Manager sorgt dafür, dass aktuelle Verfügbarkeiten und Preise ausgespielt werden können. Für dich reduziert das Pflegeaufwand; für deinen Gast bedeutet es vor allem, dass er direkt buchen kann, was tatsächlich verfügbar ist. Wenn die Buchung auf der Hotel-Website komplizierter wirkt als beim OTA, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Gäste aus Loyalität den unbequemeren Weg wählen.
„Responsive“ heißt noch lange nicht angenehm bedienbar
Probier die Buchung einmal selbst auf dem Smartphone aus. Nicht nur die Startseite anschauen, sondern wirklich ein Reisedatum auswählen und bis kurz vor den Abschluss gehen. Gerade dort tauchen Probleme auf, die am Desktop niemand bemerkt.
Vielleicht schiebt sich die Handytastatur über das Formular. Vielleicht ist der Kalender kaum zu treffen. Oder nach jedem Klick lädt die nächste Seite so lange, dass man sich fragt, ob überhaupt etwas passiert.
Ladezeit bleibt deshalb ein wichtiges Thema. Hochauflösende Bilder sind für Hotels unverzichtbar, müssen aber nicht in Druckqualität auf der Website liegen. Auch Videos, externe Schriften und zusätzliche Skripte können eine Seite ausbremsen.
Für einen ersten technischen Eindruck eignet sich Google PageSpeed Insights. Der interessantere Test bleibt aber die eigene Buchung auf einem normalen Smartphone. Gäste erleben schließlich keine Performance-Kennzahl, sondern Wartezeit.
Gute Website-Texte helfen inzwischen auch bei der KI-Suche
Lange Zeit war SEO vor allem mit Google verbunden. Das bleibt wichtig. Suchmaschinen müssen erkennen können, worum es auf einer Seite geht und für welche Suchanfragen sie relevant ist. Inzwischen kommt eine weitere Nutzung hinzu: Menschen lassen sich Reiseinformationen zunehmend auch von KI-gestützten Such- und Antwortsystemen zusammenstellen. Gute Informationen bleiben gute Informationen. Sie müssen allerdings auffindbar und eindeutig formuliert sein.
Eine klare Seitenstruktur und technisch sauber ausgezeichnete Inhalte unterstützen Suchmaschinen dabei, solche Informationen einzuordnen.
Barrierefreiheit sollte nicht erst nach dem Relaunch auffallen
Eine hellgraue Schrift auf weißem Hintergrund mag im Designentwurf elegant wirken. Für manche Gäste ist sie schlicht schlecht lesbar. Ähnlich verhält es sich mit winzigen Schaltflächen oder Formularen, die sich ohne Maus kaum bedienen lassen. Solche Probleme fallen oft erst auf, wenn eine Website bereits fertig ist. Dann wird die Korrektur unnötig aufwendig. Barrierefreiheit sollte deshalb früh in Konzeption und Gestaltung einfließen. Seit dem 28. Juni 2025 gelten mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz neue Anforderungen an bestimmte Produkte und Dienstleistungen. Ob und in welchem Umfang ein einzelner Hotelbetrieb beziehungsweise dessen Online-Angebot darunter fällt, sollte fachlich geprüft werden; unter anderem können Ausnahmen eine Rolle spielen.
Unabhängig von der rechtlichen Einordnung macht eine gut zugängliche Website den Besuch für mehr Menschen einfacher. Davon profitieren beispielsweise ältere Gäste ebenso wie Menschen, die aufgrund einer Sehbeeinträchtigung mit unterstützender Technik arbeiten.
Informationen und Hilfestellungen gibt es bei der Bundesfachstelle Barrierefreiheit.
Veraltete Informationen zerstören Vertrauen erstaunlich schnell
Eine Hotel-Website muss nicht ständig komplett neu gestaltet werden. Sie muss aber gepflegt und aktuell sein. Auch Bilder spielen dabei eine Rolle. Wenn ein Zimmer inzwischen renoviert wurde, sollten nicht jahrelang die alten Aufnahmen weiterlaufen. Andersherum kann ein Foto, das einen deutlich großzügigeren Eindruck vermittelt als das tatsächliche Zimmer, spätestens beim Check-in für Ärger sorgen. Glaubwürdigkeit entsteht auf Hotel-Websites oft weniger durch große Versprechen als durch solche Details. Das gilt auch für Bewertungen. Aktuelle, nachvollziehbare Gästestimmen können Vertrauen geben. Drei handverlesene Lobeshymnen ohne Datum oder Quelle wirken dagegen schnell wie Dekoration.
Hör an der Rezeption hin: Dort liegen oft die besten Website-Themen
Manche Inhalte muss niemand in einer SEO-Analyse suchen. Sie kommen jeden Tag per Telefon. Wenn dieselbe Frage ständig an der Rezeption landet, fehlt die Information vielleicht auf der Website oder sie ist so gut versteckt, dass Gäste sie nicht finden. Ein Chatbot kann solche Informationen verfügbar machen. Er sollte allerdings nicht kaschieren müssen, dass sie auf der eigentlichen Website fehlen.
Datenschutz sollte mit der Website mitwachsen
Websites verändern sich meist schleichend. Ein neues Analysetool kommt hinzu, ein Buchungswidget wird ausgetauscht, später wird noch eine Karte eingebunden. Datenschutztexte und Consent-Einstellungen wachsen nicht immer im selben Tempo mit. Deshalb lohnt sich eine regelmäßige Prüfung. Das gilt besonders nach technischen Änderungen. Ein Cookie-Banner allein macht eine Website noch nicht automatisch datenschutzkonform und ein Banner, das auf dem Smartphone den halben Bildschirm blockiert, schafft nebenbei ein neues Usability-Problem. Die konkrete rechtliche Umsetzung sollte fachkundig geprüft werden. Für den Website-Alltag ist vor allem wichtig, dass technische Änderungen nicht unabhängig von Datenschutz und Einwilligungsmanagement stattfinden.
Wenn online viele schauen, aber wenige buchen, lohnt sich die Suche nach der Bruchstelle
Seitenaufrufe sind leicht zu messen. Für den Hotelvertrieb erzählen sie aber nur einen Teil der Geschichte.
Spannender wird es, wenn viele Gäste eine Zimmerseite besuchen, aber nur wenige von dort in die Buchungsstrecke wechseln. Oder wenn der größte Teil des Traffics vom Smartphone kommt, Direktbuchungen auf mobilen Geräten jedoch auffällig selten sind.
Dann liegt irgendwo zwischen Interesse und Abschluss wahrscheinlich Reibung.
Dafür muss man nicht sofort einen kompletten Relaunch starten. Vielleicht ist der Buchungsbutton schlecht sichtbar. Vielleicht fehlen auf der Zimmerseite Informationen, die für die Entscheidung wichtig sind. Manchmal liefert auch die Reservierung den entscheidenden Hinweis: Ein Gast ruft an und sagt, er habe online buchen wollen, sei aber nicht weitergekommen.
Dieser Satz ist wertvoll. Frag nach, wo genau es gehakt hat.
Der sinnvollste Website-Check beginnt mit einer eigenen Buchung
Öffne deine Hotel-Website auf dem Smartphone und verhalte dich für ein paar Minuten wie ein Gast, der dein Haus noch nicht kennt. Such ein Zimmer und versuche, es zu buchen. Du wirst wahrscheinlich ziemlich schnell merken, wo etwas fehlt oder unnötig kompliziert wird. Vielleicht ist das Problem gar nicht das Design. Vielleicht muss nur die Zimmerbeschreibung genauer werden. Oder der Weg zur Buchung ist länger, als er sein müsste. Fang genau dort an.
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